Wechselausstellung Katharina Fischborn

Virtuelle Wechselausstellung
Katharina Fischborn
Hoch- und Prägedruck, Zeichnung, Installation, Bücher

 

Katharina Fischborn
Foto: Artur Eurich

BIOGRAPHIE
06.06.1948 geboren in Bingen am Rhein
1999-2004 Studium der Freien Bildenden Kunst an der Akademie für Bildende Künste der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz Zeichnung bei Prof. Dieter Brembs
2004 Diplom
2004-2006 Meisterschülerin bei Prof. Peter G. Lieser-Umweltgestaltung
2006 Abschluss im Vertiefungsstudium

Kunstpreise und Arbeitsaufenthalt
2014/2015 Förderpreis für Kunst und Kultur 2014 der Stadt Bad Kreuznach
2010 WANTED, Arbeitsaufenthalt im Kulturhuef/Druckmuseum, Grevenmacher, Luxembourg
2006 Stadtdrucker-Preis der Stadt Mainz, 2006/2007

Mitgliedschaften
seit 2010 Internationale Vereinigung der Holzschneider XYLON/Deutsche Sektion e.V.
seit 2003 Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein, AKM, Koblenz,
lebt und arbeitet in Langenlonsheim/RLP

Katharina Fischborn verbindet in ihrer künstlerischen Arbeit, von der Zeichnung kommend, traditionelle graphische Techniken wie den Holzschnitt mit innovativen raumplastischen Konzepten. Aus Hochdruck-Unikaten, die sie mit dem Skalpell „zeichnerisch“ bearbeitet, so dass plastische Streifen und vielfach durchbrochene Flächen und gitternetzartige Linienstrukturen entstehen, schafft sie lichtdurchlässige Papiergebilde und raumgreifende Installationen.
aus: Nicole Nix-Hauck „Die Spur der Leichtigkeit“ im Katalog bewegt, Städtische Galerie Neunkirchen, 2012

Ein weiteres Zitat im Vorwort von  „Krautgarten Nr. 66, Juni 2015“, von Hermann-Josef Hoffmann:
„Katharina Fischborn, Auswahl ihrer Werke“
In ihrem Werk zeigt sich bei aller Bewegtheit auch ein Hang zu Beschaulichkeit und Stille;
vgl. die „Weißen Blätter“ (2012) in mehrschichtigen Farbhochdrucken mit Offset- und
Wasserfarbe auf Wenzhou- und Büttenpapier und darüber gelegter Skalpellzeichnung. Sie
sind in ihrer statisch kraftvoll versteckten Farbsprache wie eine Ikone zum Innehalten und
Ausruhen. Oder um es in einem sprachlichen Bild auszudrücken: die „linea continua
procedens“ kann auch gelegentlich zum „nunc stans“ werden („im Jetzt verweilen“).
Bei Katharina Fischborn soll „ …Bei aller kühl planenden Vorbereitung und Überlegung zur
Ästhetik der Präsentation bis hin zur sachgerechten Materialbehandlung schließlich
sichtbar und fühlbar werden, dass die Linie in jeder Verkleidung mehr sein kann als die
Summe ihrer formalen Qualitäten: Sie ist Lebenszeichen und Lebensspur.“
( Prof. Dieter Brembs, „Ein Weg der Linie“; Projektebuch Katharina Fischborn, im Rahmen der Verleihung des Stadtdruckerpreises 2006/2007 der Stadt Mainz, Gutenberg-Museum der Stadt Mainz )

 

Hochdrucke / Hochdruck-Installationen

Gefüge I, 2017         
(13 Teilflächen,  je 40 cm x 20 cm, Unikat-Flächendrucke, Offsetfarbe auf China Wenzhou-Papier,
Skalpellzeichnung, orange, pink, weiß, transparent., diagonal rechts und links, 100 cm x 70 cm)
Foto: Artur Eurich


Quartett, 2018
(5 Teilflächen, je 40 cm x 20 cm, transparent und opak, pink rosa, Offsetfarbe, Skalpellzeichnung, 50 cm x 40 cm)
Foto: Artur Eurich


Quartett, 2018
(5 Teilflächen, je 40 cm x 20 cm, transparent, purpur, grün, Offsetfarbe, Skalpellzeichnung, 50 cm x 40 cm)
Foto: Artur Eurich

 

OFFENE BAUTEN
110 Hochdrucke auf Wenzhou Papier, Unikate, je 20 x 40 cm,
Offsetfarbe transparent,Skalpellzeichnung, Installation, 200 x 200 cm, 2011
Fassung I,  nicht mehr verfügbar, im Besitz des Schlossparkmuseums Bad Kreuznach
Hier: Städtische Galerie Neunkirchen (2012)
Foto: Tanja Labs

 

Diaphane Bindung, 2009
ca. 600 Linienbänder, Hochdruck vom Pappelpressholz auf Wenzhou-Chinapapier
mit roter Offsetfarbe, je 3m lang, 2009. Foto: Tanja Labs
(hier: Städtische Galerie, Neunkirchen Saarland)

bewegt unrhythmisch
2 mm breite Linien vom Hochdruck, mit roter Offsetfarbe gedruckt, sind so
in einem Objektrahmen befestigt, dass sie durch Bewegung des Objektes
ihre Lage verändern können und eine jeweils andere Zeichnung ergeben.



bewegt unrhythmisch
, Hochdruck auf Wenzhou-Chinapapier,
Offsetfarbe, 2 mm x 40 cm, 2009. Foto: Tanja Labs

 

 

 

GITTER DRUCKE, 2009
GITTER DRUCKE, Hochdruckinstallation, 36 Hochdrucke vom Balsaholz,
Wasserfarbe, 4 Bahnen Wenzhou Papier, 48 x 650 cm, Skalpellzeichnung,
36 Hochdrucke auf Japanseidenpapier, 74 x 700 cm, 2009. Foto: Tanja Labs
(hier: Städtische Galerie, Neunkirchen Saarland)

GITTER DRUCKE, Objekte
Wie bei den Drucken und Gitterrasterungen der Installation GITTER DRUCKE werden auch bei den Objekten Unikatdrucke in Objektkästen versetzt hintereinander angeordnet, dicht gewellt, so dass auch die Schattenlinien je nach Lichteinfall mitwirken. Nebeneinander gehängt, entsteht in der Reihe der Objekte ein Rhythmus, in dem die senkrechte und waagrechte wie auch die diagonale Anordnung eine Rolle spielen. Rasterungen, feine Stege und Flächen scheinen aus dem Glas herausquellen zu wollen. Das Innen und Außen von Gittern, die Vorder- und Rückseiten der Drucke wechseln von lebhafter, dreidimensionaler Zeichnung zu großer Ruhe bei den unbearbeiteten Farbflächen

 


GITTER DRUCKE, Serie, 18 Hochdrucke vom Balsaholz, 20cm x 40cm,
Wenzhou-Papier, Wasserfarbe, Objekte, 32cm x 32cm, dreidimensional, 2009.

Foto: Tanja Labs

 

 

folglich absurd, 2017
34 Hochdrucke, 36 cm Durchmesser, Holzschnitt und Skalpellzeichnung,
Offsetfarbe; 34 Flächendrucke, 40 cm x 20 cm, Skalpellzeichnung,
Offsetfarbe; auf 24 Bahnen Japanseidenpapier, 48 cm x 240 cm, 2017,
Präsentation hier: Museum Pachen, Rockenhausen, 2017. Foto: Artur Eurich

 

folglich absurd, Objekt I, 2017
30 cm x 30 cm, Collage aus Hochdruck – Unikaten, Offsetfarbe,
China Wenzhou-Papier, 2017. Foto: Artur Eurich

 

folglich absurd, Objekt II, 2017
30 cm x 30 cm, Collage aus Hochdruck – Unikaten, Offsetfarbe,
China Wenzhou-Papier, 2017. Foto: Artur Eurich

 

 

 


Linea continua procedens, 2007
(5. Präsentation), 7 Druckstöcke aus Pappelpressholz, je 40cm x 2m,
11 Hochdrucke auf Wenzhou-Chinapapier, je 45cm x 3m, Offsetfarbe,
7 Hochdrucke auf Japanischem Seidenpapier – Shoi, je 14cm x 28cm,
Druckfarbe auf Wasserbasis, Schnitte, Gutenberg-Museum Mainz,
April bis Juli 2007. Foto: Tanja Labs

 

 

senkrecht schaukeln


senkrecht schaukeln
Zeichnungen / Collagen, Dorée Papier, 25 x 35 cm, 2012
Foto: Tanja Labs

 

Boustrophedon-Prinzip

Boustrophedon-Prinzip, 10m lang x 25cm hoch, Zeichnung,
Canson Zeichenpapier, Bleistift, Buntstift, 2008
Foto: Tanja Labs

Boustrophedon-Prinzip

Auf einer 10 m langen Canson-Papierrolle ist beidseitig mit einem 2H Bleistift eine tiefe Rille in das dicke Papier gezogen.
Diese lineare Spur ist eine fortlaufende Linie. Sie umschreibt in der 35cm breiten Papierbahn, parallel zu dieser Breite jeweils 25cm breit einen Papierausschnitt, wird abgelöst von einer goldockerfarbenen Buntstiftlinie, die 25 cm breit parallel zur Längsseite der Papierbahn verläuft.
So entstehen Felder, die bezeichnet sind und solche, die leer bleiben. Die Buntstiftlinie in der Leerfläche verbindet die bezeichneten Felder.
Der Linienverlauf ist parallel und nimmt, entsprechend dem Titel, oben und unten eine Drehung auf zum weiteren Verlauf. Wie beim Pflügen bezeichnet sie „furchenwendig“ mit zeilenweise abwechselnder Richtung von oben nach unten und von unten nach oben die Fläche. Die Papierbahn ist beidseitig bezeichnet und zwar ist jeweils auf der Vorderseite eine bezeichnete Fläche, wenn auf der Rückseite eine Leerfläche ist.

Da das schwere Papier eine hohe Spannung auf der Rolle hat, ist eine gegenläufige Platzierung in der Halbierung der Rolle möglich. Halbiert dreht sich die Zeichnung gegeneinander, wie zwei Spiralen jeweils von innen nach außen oder von außen nach innen. Allein die Spannung des Papiers schafft die Drehungen.

Durch die beidseitige Zeichnung und die Drehungen ist es nicht möglich die gezeichneten Felder innen oder außen auf der Papierbahn zu definieren. Das Auge ist hier Täuschungen ausgesetzt.